Punktierter Garten - Cloître des Rècollets  

Le Jardin Cloître des Récollets de l’Institut Européen d’Ecologie, von 0 - 24 Uhr.

 

Nuit Blanche Metz 2008

33 Piezo-Lautsprecher, installiert in den Fensterbögen des Cloître des Rècollets, Kabel, Computer, Steuerungshardware

 
   

 

 

 

Im ehemaligen Franziskanerkloster »Cloître des Récollets« in Metz sind heute das europäische Institut für Ökologie und das Stadtarchiv untergebracht. Innerhalb dieses Gebäudekomplexes befindet sich seit dem 13.Jahrhundert der Garten »Le Jardin Cloître des Récollets«. Den Grundformen des Klostergartens entsprechend ist der Garten symmetrisch in charakteristischer Kreuzform gestaltet, mit einem Wegekreuz und einem Brunnen in der Mitte. Entsprechend des ehemaligen klösterlichen Lebens ist der Garten an drei Seiten vom ehemaligen Kreuzgang umgeben. Er wirkt wie von der Umgebung abgegrenzt, eine Insel, losgelöst vom städtischen Leben. Verstärkt wird dies durch die historische Bauweise mit klarer, symmetrischer, geordnete Gartengestaltung, die auf ein Zentrum verweist.
Die Klanginstallation »Punktierter Garten - Cloître des Récollets« greift diese räumlichen Strukturen des Ortes auf und erweitert sie in einen zeitlichen akustischen Klangraum.
33 kleine Piezolautsprecher sind an den Fensterbögen der 3 Wände installiert, die den Klostergarten umgeben. Die Anordnung der Lautsprecher ist angelehnt an die Gliederung der Fenster des ehemaligen Kreuzganges. Die Lautsprecher geben durch elektrische Impulse Klickgeräusche ab. Diese Klickgeräusche regen die Umgebung zum Widerhall an und verstärken so die Empfindung für den umgebenden Raum. Sie repräsentieren ein sich selbst anstoßendes und entwickelndes akustisches System. Die zunächst einfachen akustischen Prozesse schaukeln sich über die Zeit zu komplexeren hoch. Sich in verschiedene Richtungen bewegende Klangmuster sind zu hören, die sich nach und nach so überlagern, dass einzelne Richtungen nicht mehr unterscheidbar sind und orientierungslos anmuten. Die sich anhäufenden feinen Klickgeräusche mischen sich mit Geräuschen der Stadt und den Schritten der umherstreifenden Besucher, bis sie eine akustische Dichte erreicht haben, die dann abrupt verstummt. Deutlich zu hören sind dann plötzlich die umgebenden Geräusche: die Autos, die Menschen auf der Straße, die Zuhörer im Garten, die Vögel und Insekten. Nach einer kurzen Pause beginnen erneut einzelne Lautsprecher in einfachen Verhältnissen zu klicken und ein neuer akustischer Prozess folgt.

 

 

© dyffort & driesch